Blitzschutz in Leipheim: große Dachflächen richtig auslegen
Leipheim wächst nach außen, entlang der A8 entstehen Gewerbe- und Logistikflächen. Auf solchen Dächern entscheidet sich der Blitzschutz früh: an der Blitzschutzklasse. Aus ihr folgt alles Weitere, von der Maschenweite bis zum Prüfturnus.
Was die Blitzschutzklasse festlegt
| Klasse | Blitzkugelradius | Maschenweite | Abstand der Ableitungen |
|---|---|---|---|
| I | 20 m | 5 × 5 m | 10 m |
| II | 30 m | 10 × 10 m | 10 m |
| III | 45 m | 15 × 15 m | 15 m |
| IV | 60 m | 20 × 20 m | 20 m |
Achtung beim Abgleich mit Angaben aus dem Netz: Die Abstände der Ableitungen lauten 10, 10, 15 und 20 Meter. Die häufig zu lesende Reihe 10, 15, 20, 25 ist falsch.
Fangeinrichtung auf einem Leipheimer Hallendach planen
Bei einer Halle mit mehreren tausend Quadratmetern reicht es nicht, den Rand zu sichern. Die Fläche selbst muss erfasst werden, und dafür gibt es zwei Verfahren, die in der Praxis gemeinsam angewendet werden.
Das Maschenverfahren legt ein Netz über die Fläche, dessen Weite aus der Klasse folgt. Das Blitzkugelverfahren prüft, wohin eine gedachte Kugel mit dem Radius der Klasse rollen könnte. Überall, wo sie das Dach berühren würde, ist die Fläche ungeschützt.
Der zweite Weg ist der aufwendigere, aber der einzige, der bei Aufbauten weiterhilft. Und Aufbauten sind auf modernen Hallendächern der Normalfall.
Was auf dem Dach steht, bestimmt die Arbeit
Lüftungszentralen, Kältetechnik, Rauchabzüge, Kabeltrassen und heute fast immer Photovoltaik. Jedes dieser Teile ist entweder zu schützen oder bewusst anzubinden, und für jedes gilt der Trennungsabstand.
Deshalb ist die Planung der Fangeinrichtung kein Schritt vor der Montage, sondern einer, der mit der Dachplanung zusammengehört. Wer die Anlage erst zeichnet, wenn die Technik oben steht, baut teurer.
Drei Zahlen, die eine Halle beschreiben
- 1Grundfläche und Höhe. Daraus ergibt sich, wie viele Ableitungen nötig sind und wie sie verteilt werden. Bei 20 Metern Abstand und einer Halle mit 240 Metern Umfang sind das zwölf Ableitungen, keine vier.
- 2Nutzung. Sie bestimmt die Klasse. Ein Hochregallager mit brennbarem Gut wird anders eingeordnet als eine Fahrzeughalle.
- 3Dachaufbau. Er entscheidet über die Befestigung. Trapezblech, Bitumen, Folie und Kies verlangen jeweils eine andere Lösung, und bei keiner davon wird durchgeschraubt.
Natürliche Bestandteile: was an einer Halle schon Blitzschutz ist
Nicht jedes Bauteil einer Blitzschutzanlage muss zusätzlich montiert werden. An einer Industriehalle ist ein großer Teil des Materials bereits vorhanden, und die Norm erlaubt ausdrücklich, es zu nutzen, wenn es die Anforderungen erfüllt.
Das Trapezblech eines Metalldachs kann die Fangeinrichtung übernehmen, wenn es dick genug ist und die Verbindungen der einzelnen Bahnen dauerhaft leitfähig sind. Metallfassaden und Sandwichpaneele können als Ableitung dienen. Stahlstützen und durchverbundene Bewehrung können den Weg nach unten übernehmen. Wo das funktioniert, spart es Material, Montagezeit und Durchdringungen.
Die Bedingungen sind allerdings streng, und genau hier gehen viele Planungen daneben. Bei einem Dach, das die Fangeinrichtung mitmachen soll, geht es nicht nur um die Leitfähigkeit, sondern um die Blechdicke: Sie entscheidet, ob das Blech bei einem Einschlag durchschmilzt. Für ein Dach über einem Lager mit brennbarem Gut ist das keine theoretische Frage.
Was wir bei Bestandshallen in Leipheim am häufigsten finden
Zu wenige Ableitungen, weil an vier Ecken gedacht wurde statt an den Umfang. Fehlende oder zugebaute Trennstellen, wodurch die Anlage nicht mehr messbar ist. Und Anbauten, die nachträglich angesetzt wurden und keine eigene Anbindung bekommen haben. Alle drei fallen bei einer Prüfung sofort auf und lassen sich in aller Regel ohne großen Aufwand beheben.
Blitzschutz an der Leipheimer Kaserne
Zu unseren Objekten gehören die Liegenschaften der Kasernen in Leipheim und Dornstadt. Bundesliegenschaften sind in einem Punkt lehrreich für jeden großen Bestand: Es gibt viele Gebäude unterschiedlichen Alters, und ohne saubere Dokumentation weiß nach zehn Jahren niemand mehr, was wo verbaut ist.
Wie sich ein solcher Bestand organisieren lässt, steht auf der Seite Blitzschutz Günzburg.
Was wir in Leipheim sonst am Blitzschutz machen
Hallen sind der Schwerpunkt dieser Seite. Daneben bauen wir Erdungsanlagen im Neubau und im Bestand, siehe Giengen, setzen Überspannungsschutz in die Verteilungen, siehe Senden, prüfen und warten bestehende Anlagen, siehe Heidenheim, und stimmen vor einer Photovoltaikmontage ab, siehe Illertissen.
Nach Leipheim sind es von Langenau rund 20 Minuten über die A8. Baurechtlich gilt hier bayerisches Recht, die Einzelheiten stehen auf der Seite Blitzschutz Neu-Ulm.
Häufige Fragen zum Blitzschutz in Leipheim
Wer legt die Blitzschutzklasse für unsere Halle fest?
Bei Sonderbauten ergibt sie sich häufig aus der Genehmigung oder aus einer Auflage. Ansonsten wird sie im Zuge der Planung festgelegt, anhand von Nutzung, Inhalt und Folgen eines Ausfalls, und im Prüfbericht festgehalten.
Wichtig ist nur, dass sie überhaupt festgehalten wird. Ohne dokumentierte Klasse lässt sich später weder der Prüfturnus begründen noch beurteilen, ob die Anlage zum Gebäude passt.
Können wir eine Klasse niedriger wählen und Geld sparen?
Rechnerisch ja, praktisch selten sinnvoll. Der Unterschied zwischen den Klassen liegt in Maschenweite und Ableitungsabstand, also in Material und Montagezeit. Bei einer großen Halle macht das etwas aus, aber deutlich weniger als eine Nachrüstung, wenn sich die Nutzung ändert.
Wer heute Lagerfläche baut und in fünf Jahren Produktion einzieht, hat mit der niedrigeren Klasse nichts gespart.
Machen Sie in Leipheim auch kleinere Sachen als Hallen?
Ja. Wohnhäuser, Mehrfamilienhäuser, landwirtschaftliche Gebäude, öffentliche Bauten, dazu Prüfungen und Reparaturen an bestehenden Anlagen.
Leipheim liegt uns nah genug, dass sich auch ein kurzer Termin rechnet. Rund 20 Minuten über die A8, das ist für uns eine der kürzesten Anfahrten überhaupt.
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